Solitäre Faltenwespe Allodynerus rossii
 

Ein Weibchen der solitären Faltenwespe Allodynerus rossii holt Baumaterial. Der feste Lehm wird vorher angefeuchtet, um ihn besser abschaben zu können.

Fotos: Kornmilch. Greifswald 2012

Das feuchte Baumaterial wird nur mit den Mundwerkzeugen gehalten. Auch im Flug.

Trotz des zusätzlichen Gewichts landet die Wespe präzise unter ihrem Nistplatz: einem Zierbambus-Stängel in einem Insektenhotel.

Der feuchte Lehm wird sofort verarbeitet. Mit den Mundwerkzeugen mauert die Wespe geschickt einen sehr dauerhaften Nestabschluss.

Außer einem Lehm-Speichel-Gemisch werden gelegentlich auch kleine Steinchen in den Nestverschluss eingearbeitet.

Im Inneren des Stängels sind bereits mehrere Brutzellen angelegt, alle mit gelähmten Kleinschmetterlingslarven als Beute sowie je einem Wespen-Ei versehen.

Im Insektenhotel mit seiner künstlich hohen Nistplatzdichte bleibt Ärger nicht aus. Die Faltenwespe wird plötzlich von einer viel kleineren Löcherbiene (Heriades truncorum) attackiert. Diese bewohnt den viel kleineren Stängel rechts vom Faltenwespen-Nest.
Nachdem die mutige kleine Biene mit wilden Attacken die Faltenwespe zum Abfliegen gebracht hat, schlüpft die Löcherbiene in ihr Nest. Sekunden später landet auch die Faltenwespe wieder am Nest und fährt mit ihren Bauarbeiten fort.

Letzte kleine Bauarbeiten glätten noch einmal die Oberfläche des Nestverschlusses. Dieser ist dann fertig und wird nach dem Trocknen sehr fest sein. Erst Monate später werden sich die Nachkommen der Wespe durch den harten Verschluss nach draußen durchbeißen, um ins Freie zu gelangen.


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